LECCE città

Lecce, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden Italiens, ist die wohlhabendste Stadt Apuliens. Die rund 100.000 Einwohner leben von Industrie und Handwerk, der Landwirtschaft und dem Dienstleistungsgewerbe. Lecce ist nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die kulturelle Metropole des Salento. Das auch wegen des guten Italienisch, das hier gesprochen wird, sogenannte "Florenz des Südens" ist Sitz einer bedeutenden Universität mit zahlreichen Kultur- und naturwissenschaftlichen Fakultäten. Damit ist Lecce das ideale Reiseziel für einen Sprachurlaub.

In die Altstadt voller barocker Pracht führen drei Stadttore:
Porta Napoli
(1548)(Foto: ENIT/Vito Arcomano), ein echter Triumphbogen mit zwei Doppelsäulen, die ein
Giebelfeld stützen, worin das Wappen des Kaisers gezeichnet ist sowie
Porta di San Biagio und
Porta Rudiae
(beide 18. Jh.). In der Altstadt können gut 30 Kirchen, unzählige
Barockpaläste und viele weitere Sehenswürdigkeiten besichtigt werden.
Baugeschichtlich
ist Lecce wegen seines das gesamte Stadtbild prägenden Barocks berühmt
und wird häufig als Barockhauptstadt des Südens bezeichnet. Nicht
zuletzt dank der Beschaffenheit der Pietra Leccese, eines besonders
weichen, leicht zu bearbeitenden Tuffsteins, konnte dieser Baustil hier
im 17. und 18. Jh eine selbständige und originelle Sonderform
entwickeln - den Lecceser Barock.

Das Herz der Altstadt bildet zweifellos der
Piazza Sant'Oronzo (Foto: ENIT/Vito Arcomano). In dessen Zentrum findet man ein zur Hälfte freigelegtes und einst 20.000 Zuschauer fassendes
Amphitheater, das sicherlich den bedeutendsten Nachweis römischer Herrschaft auf der Salentinischen Halbinsel darstellt.
Über den Platz erhebt sich die Säule des Schutzheiligen Oronzo, der Schutzheilige von Lecce. Bei der Säule handelt es sich um eine der beiden Säulen, die das Ende der Via Appia in Brindisi markierten. In den Sommermonaten finden auf dem Oronzo-Platz Theateraufführungen und Konzerte statt. Ein weiteres, wenn auch wesentlich kleineres römisches Theater befindet sich in der Via
Arte della Cartapesta.
Nur wenige Gehminuten vom Piazza Sant'Oronzo entfernt liegt der Piazza
Duomo. Der bühnenbildhafte Domplatz - wohl eine der gelungensten
Platzanlagen barocker Stadtplanung - besteht aus einem großen und einem
kleinen Hof.

Der
Piazza Duomo (Foto: ENIT/Vito Arcomano) wird eingerahmt von dem schönen Dom "Santa Maria dell`Assunta" (dessen schlichter Haupteingang im krassen Gegensatz zur explodierenden Barockpracht seiner Seitenfassade steht), dem Bischofspalast
"Palazzo Vescovile" und dem daneben liegenden Palazzo del Seminario, in dessen Säulenhof ein reich verzierter Barockbrunnen steht. Überragt wird der Platz von dem
68 m hohen Campanile (Glockenturm).
Mit seiner wunderschönen Beleuchtung ist der Domplatz ein beliebter abendlicher Treffpunkt und ein häufig genutzter Veranstaltungsort. Klassische Konzerte werden hier zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die dreischiffige
Basilika di Santa Croce (das wohl kompletteste Beispiel Lecceser Barocks), das Konventsgebäude Palazzo dei Celestini, die Festung
"Il Castello", die Kirche Santi Niccolò e Cataldo sowie verschiedene andere Altstadtkirchen und -paläste.

Neben den vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten ist ein Besuch auf dem großen
Wochenmarkt von Lecce, der jeden Montag und Freitag vormittag statt findet, sehr empfehlenswert. Obst, Gemüse, Keramik, Textilien und eine unglaubliche Auswahl an Schuhen sind nur ein Teil des sehr vielseitigen Angebotes
.
Adriaküste
Die langen Küsten des von der Adria und dem
Ionischen Meer umgebenen Salento gehören wegen ihrer landschaftlichen
Reize und der Wasserqualität zu den schönsten Italiens. Von Lecce bis
zur Adria sind es nur 11 Km. Hier liegt
San Cataldo,
der Hausstrand von Lecce. Früher befand sich an diesem Ort der Hafen
des Hadrian - ein bedeutender römischer Hafen und wichtiger
Ausgangspunkt für die Eroberung des Orients. Nördlich von
San Cataldo erstrecken sich bei
Torre Rinalda,
Torre Chianca und
Frigole Dünen und schöner heller Sandstrand.
Die
breite Sandbucht von San Cataldo ist mit Strandbädern übersät, die in
der kurzen, aber heftigen Hochsaison sehr gut besucht sind. Das gilt
auch für die große Anzahl von Bars, Eisdielen, Pizzerien und
Restaurants, die man an der Promenade findet. Ab Mitte September kehrt
hier jedoch wieder Ruhe ein. Wenige Kilometer entfernt liegt im
Landesinnern das Wehrdorf
Acaya
mit seiner quadratischen Festungsmauer. Hauptattraktionen sind das
Aragonerkastell neben dem schönen Stadttor Porta Terra und der Acaya
Golf Club, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut.
Von San Cataldo führt eine schöne 35 km lange Küstenstraße nach
Otranto. Direkt an der Straße wechseln sich Sand- und Felsbuchten ab. Nach kurzer Fahrt erreicht man
San Foca,
ein Badeort mit schmalem Sandstrand und Dünen, einfachen Ferienhäusern,
einigen Hotels und einem kleinen Yacht-Hafen. Im benachbarten
Roca Vecchia
gibt es alte Festungsruinen zu entdecken. Die heutige Ortschaft
entstand auf den Überresten einer messapischen Küstensiedlung aus dem 3
- 4. Jh v. Chr. Auch die Römer hatten hier einen wichtigen Hafen, in
dem Oktavian gelandet sein soll, als er von der Ermordung Cäsars
erfuhr.
Vorbei an teils sandigen, doch meist felsigen Buchten geht es in Richtung Süden nach
Torre dell`Orso
(Turm des Bären). Der Ort hat seinem Namen von dem großen, weißen
Wachturm aus dem 16. Jh., dessen Ruine auf einem Felsen am Meer
emporragt. Die leicht geschwungene Bucht von Torre dell`Orso ist
wunderschön, der feinsandige Strand wird von hohen Kalksteinklippen
begrenzt. Torre'dell Orso ist ein gemütlicher Badeort mit
Ferienhäusern, Bars und Cafés. Im der Hauptsaison im August scheint der
bei den Italienern sehr beliebte Badeort jedoch aus allen Nähten zu
platzen. Wie meist an diesem Teil der Adriaküste, ist es dann auch hier
für den Rest des Jahres wieder sehr ruhig, so dass man weitab vom Lärm
und Stress des Großstadtlebens seinen Urlaub in einer entspannten
Atmosphäre verleben kann.